Offroad-Urlaub auf Island August 2009

 

In 2009 haben die Touareg-Freunde wieder eine tolle Reise zusammen mit der VW experience unternommen. Diesmal ging es in das Land der Geysire, Gletscher und Gnome, es geht nach Island zum Offroaden.

Wie bei allen experience Reisen, geht es mit dem Flieger nach Island, da wir unsere Autos (natürlich Touaregs) von VW gestellt bekommen. So treffen sich alle Teilnehmer am internationalen Flughafen Kevlavik, treffen unsere Guides (wie in Marokko “Nur Gaby” und Weilo, und übernehmen unsere Touaregs. Die Fahrzeuge sind wie immer eigentlich ziemlich serienmäßig unterwegs, mit zwei Ausnahmen: Unterfahrschutz und Geländereifen.

 

Wir werden uns eine Woche im wesentlichen im Süd-Westlichen Viertel von Island aufhalten

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Hier nun den Tourbericht:

 

Tag 1: Von Kevlavik nach Nähe Selfoss (ca. 150 km)

 

Nachdem sich die ganze Bande am Nachmittag in Kevlavik versammelt hat, geht es nach einer kurzen Einweisung los.
Ich bilde zusammen mit Stephan (von dem auch einige Bilder stammen DANKE) ein super Team und es wird bestimmt ein tolles Erlebnis.

 

Heute bleiben wir größtenteils auf befestigten Strassen und fahren erst einmal direkt nach Süden Richtung Südküste, vorbei an der berühmten “Blauen Lagune” (dazu später mehr). Das Wetter meint es wirklich gut mit uns und so können wir unsere ersten Stunden auf Island mit viel Sonnenschein genießen (wie wir noch feststellen konnten, ein eher seltenes Vergnügen). Nach einer kleinen Pause an der Küste, geht es dann Richtung Selfoss. Von dort haben wir einen schönen Blick auf den etwa 3 km entfernten Tafelvulkan Ingólfsfjall. Von Selfoss geht es noch ca. 35 km weiter ins Landesinnere wo wir in einer kleinen Pension unser erstes Nachtlager aufschlagen. Eine eher untypische Warnung bekommen wir beim einchecken: Die Duschen momentan bitte nicht benutzen, da es gerade kein kaltes Wasser gibt. Da Island eine Vulkaninsel ist wird hier eigentlich alles mit heißem Wasser aus der Vulkanerde geheizt (gibt es überall). Kaltes Wasser wird hingegen wie bei uns über Quellen und Rohleitungen an die Häuser gebracht. An dem Abend eben nicht so wie gewollt. Also haben wir aus der Not eine Tugend gemacht und uns in den außen liegenden “Hottub” gesetzt. Der hängt logischer Weise an der eigenen Leitung und funktioniert super.

 

Am Abend gibt es noch ein leckeres Abendessen und das Briefing für den nächsten Tag. Auch hier gibt es wieder eine kleine Isländische Besonderheit zu erleben. Die Pension hat keine Alkohollizenz und darf uns daher nichts ausschenken. Gut das wir mitgedacht haben und am Flughafen im Duty Free noch ein paar Sixpack Bier mitgenommen haben. Vor dem zu Bett gehen gönnen wir uns noch eine Zigarre und 1-2 Whiskey (ebenfalls aus dem Duty-Free). Man muss sich aber noch etwas daran gewöhnen, dass es um diese Jahreszeit in Island nur ca. 2-3 Stunden dunkel wird.

 

Tag 2: Von Nähe Selfoss über Hella, Hvolsvöllur und Landmannalaugar nach Hrauneylar (ca. 320 km)

 

So heute haben wir die längste Etappe mit über 300 km vor uns. Nach einem gutem Frühstück geht es um 8:00 los.
Erst geht es ein kleines Stück wieder zurück, um dann ein für ein Stück auf der Ringstrasse 1 von Island abzubiegen. Es geht vorbei an Hella und Hvolsvöllur um dann relativ schnell ins Landesinnere abzubiegen. Schließlich sind wir zum “Offroaden” nach Island gekommen. Wobei man hier eine Einschränkung machen muss: Offroaden ist nämlich strengstens untersagt in Island... nur die Definition von Offroad ist hier etwas anders. Solange man einer Spur eines Fahrzeugs folgt, ist das in Ordnung. Nur eine neue Spur zu legen ist strengstens untersagt.

 

Wir fahren an den Gletschern Eyjafjallajökull und Mýrdalsjökull vorbei und haben auch die ersten Wasserdurchfahrten vor uns. Dabei ist es extrem wichtig sein Auto gut zu kennen, da wenn man nicht weiß wo sein Auto die Luft ansaugt man schnell einen kapitalen Motorschaden verursachen kann. Aber wir sind ja eine recht geübte Truppe mit guten Autos und unsere Guides geben uns auch noch die letzten Tips, so dass die Wasserdurchfahrten keine größere Hindernisse darstellen. Zwischendrin gibt es immer mal wieder ein paar Photopausen, da die Landschaft echt atemberaubend ist. Um die Mittagszeit treffen wir in Landmannalaugar ein, eine tolle Landschaft zum Wandern. Dort gibt es die mitgebrachten Lunchpakete und wer möchte kann sich auch ein paar Minuten mit vielen anderen Touristen in die heißen Quellen legen.

 

Nach dem Mittag geht es Richtung Hekla, ein noch aktiver Vulkan mit 1.491 m Höhe. Wir wollen den Berg natürlich soweit wie möglich befahren und so geht es steil bergauf auf unbefestigten Pfaden. Leider ist inzwischen das Wetter recht schlecht geworden und wir hängen voll in den Wolken. Also brechen wir bei ca. 1100 Höhenmeter ab. Aber das war schon offroaden vom feinsten. Anschließend geht es Richtung unseres Nachtlagers Hrauneylar, ein privat geführter Übernachtungsplatz aus Wohncontainern an der Hochlandpiste F26. Die Unterkunft ist extrem einfach, aber es gibt gutes Essen, WLAN und ein Bier als Absacker ist auch vorhanden ... was braucht man mehr.

 

 

Tag 3: Von Hrauneylar nach Kerlingarfjöll (ca. 135 km)

 

Heute geht es weit ins Landesinnere. Nach einem ausgiebigen Frühstück geht es los über das Hochplateau. Unser Weg führt uns zwischen die Gletschergebieten von „Langjökull“ und „Hofsjökull“. Heute haben wir eine spaßige Mischung aus Schotterpisten, welche man super langdriften kann - “ESP aus und Automatik in S” - und langsame engen Passagen, welche man in Schrittgeschwindigkeit überwindet. Das Wetter zeigt sich mal wieder Isländisch wechselhaft.

 

Auch heute haben wir wieder einige Wasserdurchfahrten zu durchfahren, teilweise fast 150m breit, so dass wir eine Person mit Gummianzug losschicken mussten um die Furt zu suchen. Die fast endlosen Lavafelder bilden einen tollen Kontrast zu den beiden riesigen Gletscherfelder von Langjökull und Hofsjökull. Gegen Nachmittag kommen wir am Kerlingarfjöll an und fahren erst einmal in die Sulfidfelder. Hier ist die Erdkruste sehr dünn und es brodelt und dampft überall. Trotz des recht beißenden Schwefelgestank ist es eine tolle Gegend die man zu Fuß erkunden kann - Schnee, heiße Quelle, Schwefelfeld dampf - eine ganz schön unwirkliche Welt.

Nach dem ausgiebigen Spaziergang geht es ein Stück zurück zu unserm Nachtlager. In kleinen Häuschen für bis zu 8 Personen sind wir heute untergebracht. Die Unterkunft (Camping und Hütten) ist total ausgebucht, was wir leider beim Abendessen und Frühstück sehr deutlich an etwas überfordernden Herbergseltern merken. Ein nette kleine Abwechslung war nach dem Abendessen der Spaziergang zum ca. 30 min entfernten natürlichen “Hot Pot”. Ein wirklich sehr lustige Truppe die sich dorthin aufgemacht hat.

Tag 4: Von Kerlingarfjöll über Strokkur und Gullfoss nach Nähe Laugarvatn See (ca. 180 km)

 

So heute geht es wieder etwas mehr Richtung Westen und Süden. Damit begeben wir uns direkt in das Gebiet welches auch “Golden Circle” genannt wird. Hier sind in enger räumlicher Nähe einige der bekanntesten Sehenswürdigkeiten von Island. Als erstes Hauptziel haben wir heute den Geysir “Strokkur” . Eine Touristenattraktion, da er wie der “Old Faithful” im Yellowstone Nationalpark, schön regelmäßig alle 3-5 min ausbricht und dabei eine schöne 25-35 m hohe kochende Wassersäule bildet.

 

In unmittelbarer Nähe befindet sich das nächste Highlight von heute. Der Wasserfall Gullfoss. Das Wasser fällt hier sehr pittoresk über zwei Stufen bis zu 70m tief. Sieht wirklich beeindruckend aus und macht einen ziemlichen Lärm.

 

Der nächste Stopp ist für mich das Highlight des heutigen Tages. Es geht an das Ufer des „Hagavatn“, ein vom langen Gletscher “Langjökull“ gespeister Schmelzwassersee, welcher auf einem Hochplateau liegt. Erstens ist es ein wirklich wunderschöner Ort und zweitens muss man über eine steile, fahrerisch nicht unanspruchsvolle Geröllstrecke dorthin. Also ein wenig muss man sich den schönen Ort erarbeiten. Bei dem tollen Blick machen wir auch unsere Mittagspause und genießen die Natur.

 

Eine nicht geplante Herausforderung liegt noch vor uns. Eine Wasserdurchfahrt hat es wirklich in sich. Wir brauchen 2 Stunden um eine sichere Überfahrt zu finden (ganz schön lang für 40 m). Aber mit “Vorausgehend, vielen “Testfahrten” und viele Funkanweisungen, kommt die komplette Gruppe gut auf der anderen Seite an. Jetzt heißt es noch die Auspuffanlage wieder “leerpusten” und dann kann es weitergehen in unser Nachtlager.

 

Für uns alle kommt es einem total ungewohnten Luxus gleich, sowohl Dusche und Toilette im Zimmer zu haben. :)

 
Tag 5: Von Nähe Laugarvatn See über Thingvellir nach Reykjavik (ca. 130 km)

 

Heute ist unser letzte “Fahrtag” und es geht an einen sehr historischen Ort: Þingvellir. 
Hier fanden vor über 1.000 Jahren die ersten gesetzgebenden Versammlungen der Wikinger und im Jahr 1944 auch die Gründung der Republik Island statt. Dieser Nationalpark direkt an der Kontinentalplattengrenze zwischen Amerika und Europa, welche sich jedes Jahr um 2 – 4 cm auseinander bewegen. Überall lässt sich hier diese plattentektonische Verschiebung irgendwie spüren, tiefe wassergefüllte Spalten durchziehen das Gebiet und nirgendwo sonst auf der Welt kann man zwischen den beiden Kontinentalplatten so schnell hin und her wandern.

 

Auch am letzte Tag “verwöhnt” uns Island mit seinem typischen Wetter...kalt und Regen. Daher ist der Ausblick an der Küste auf Reykjavik leider etwas “vernebelt”. Außerdem sind auch die schwarzen Sandstrände im Regen etwas weniger beeindruckend. Und so fahren wir ohne größere Unterbrechung direkt in Reykjavik zu unserem Hotel. 

 

Nach etwas Zeit zur freien Verfügung (shoppen, relaxen, spazieren gehen, etc.) trifft sich die Gruppe Abends noch in der Altstadt von Reykjavik zu einem gepflegten Abschiedsabendessen.

 

Morgen geht es für die meisten zurück, ein paar bleiben noch ein paar Tage um sich die Stadt anzuschauen...

 

Tag 6+7: Reykjavik und Umgebung

 

Wie gesagt, der “offizielle Teil ist beendet und für einige geht es heute nach Hause. Stephan und ich haben noch 2 Tage verlängert und wir wollen noch ein wenig die Stadt und die umliegenden Sehenswürdigkeiten erkunden.

 

Aber als erst einmal heißt es unseren Freund Bernd zu begrüßen. Er wird zusammen mit 7 weiteren Touareg-Freunden die zweite Gruppe bilden, welche am nächsten Tag die selbe Tour wie wir fahren werden. Zusammen machen wir noch ein wenig die Stadt unsicher (Souvenirs etc. wollen schließlich auch gekauft werden) und treffen uns Abend noch mit ein paar weiteren “Verlängerern” zum gemütlichen Abendessen.

 

Am nächsten Tag haben wir dann noch ein volles Programm. Nachdem die Bucht vor Reykjavik bekannt ist ein super Spot für Wale zu sein, geht es morgens gleich aufs Boot zum “Whale watching”. Wirklich super spannend auch wenn wir “nur” ein paar Zwergwale sehen und nicht einen Buckelwal, o.ä. . Außerdem fährt das Schiff auch an der “Puffin Island” vorbei. Eine Insel voller Papageientaucher. Da ist vielleicht was los.

 

Nach so viel Anstrengung (“Wal auf 11 Uhr .... jetzt auf 12 Uhr ... jetzt auf 2 Uhr”) gönnen wir uns eine Entspannung und fahren mit dem Bus zur “Blauen Lagune”. Eigentlich handelt es sich hierbei um den Abwassersee eines geothermischen Kraftwerkes, aber man hat entdeckt, das blau-trübe Salzwasser hat eine heilende Wirkung auf Hauterkrankungen hat und auch der darin enthaltene Silikatschlamm als “Schönheitsanwendung” seine Wirkung nicht verfehlt.


Also: “Wenns scheeen macht” ... aber es ist auf jeden fall super entspannend in dem 38°C warmen Wasser zu plantschen und ein sehr geruhsamer Ausklang für Island. Anschließende wünschen wir der zweiten Gruppe noch am Flughafen eine gute Fahrt und lassen es uns Abends bei einem super Dinner noch mal verwöhnen.

 

Am nächsten Morgen geht es wieder nach Hause, mit vielen tollen Erlebnissen, viele super Landschaften und eigentlich das wichtigste vielen super Momenten mit Freunden ... eben Touareg-Freunden.

© 2014 by Hanno Froese.

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